Behandlung

Behandlung von Hämorrhoiden

Therapieoptionen

Man unterscheidet zwischen zwei Therapieoptionen

Bei der Behandlung von vergrößerten Hämorrhoiden gibt es verschiedene Vorgehensweisen, die stark durch den Schweregrad der Erkrankung bestimmt werden. Die deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK) hat hierzu Richtlinien entwickelt, welche die aktuell optimale Behandlung auf über 180 Seiten zusammenfasst.

Man unterscheidet grundsätzlich zwei verschiedene Therapieoptionen:
-       nicht-invasive, konservative Behandlung
-       invasive, operative Behandlung

Für Zuhause

therapieoptionen

Konservative Behandlung

Konservative Methoden umfassen die Behandlung der Symptome von vergrößerten Hämorrhoiden und vorbeugende Maßnahmen, um das weitere Wachstum einzugrenzen.

Eine Basistherapie soll die Ursache für die Entstehung von Hämorrhoiden verringern, also muss insbesondere der erhöhte Druck beim Stuhlgang reduziert werden. Es ist wissenschaftlich anerkannt, dass Ballaststoffe aus Vollkornprodukten, Gemüse und Obst dabei helfen, den Stuhl weicher werden zu lassen (alternativ: Flohsamen). Dies geschieht dadurch, dass die Ballaststoffe im Darm „aufquellen“ und Wasser binden, sodass der Stuhl weniger kompakt wird. Zusammen mit dem Anpassen des eigenen Verhaltens beim Toilettengang (kein Pressen, Zeit lassen) wird dadurch der Druck verringert und die Hämorrhoiden nicht so stark belastet.
Auch das Umstellen auf weniger sitzende Tätigkeiten und mehr sportliche Aktivität ist von Vorteil, lässt sich aber oft nicht so einfach umsetzen wie die Ernährung und der Gang zur Toilette.

pflanzlich

Pflanzliche Salben und Zäpfchen

Zur Behandlung der häufigsten Symptome wie Jucken, Brennen und Schmerzen existiert ein vielfältiges Angebot. Zum einen gibt es vielfältige rezeptfreie Produkte auf Basis von pflanzlichen Wirkstoffen, die vor allem eine entzündungshemmende, beruhigende Wirkung auf die gestresste Haut im Analbereich haben. Hierzu gehören Produkte von Faktu® und Hametum®, die Wirkstoffe wie Hamamelis oder Aloe Vera verwenden. Hamamelis wirkt entzündungshemmend und fördert zusammen mit Aloe Vera die Wundheilung und verringert die Symptome wie Jucken und Brennen. Diese Hersteller bieten ihre Produkte als Salben und Zäpfchen an und bieten für die Hygiene nach dem Gang zur Toilette auch Feuchttücher (Faktu®), die speziell auf die Bedürfnisse bei Hämorrhoiden ausgelegt sind. Die Salben sollten mehrfach am Tag aufgetragen werden, um eine gleichmäßige Wirkung auszulösen, während die Zäpfchen meist für die Nacht verwendet werden, um auch zu dieser Zeit eine gleichbleibende Wirkung zu haben. Diese Behandlung mit Produkten auf pflanzlicher Basis kann, nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, auch über längere Zeit eingesetzt werden, um einem Auftreten der Symptome vorzubeugen. Auch für Schwangere kommen insbesondere diese Produkte in Frage (3).

Rezeptfrei

Bei starken hämorrhoidalen Beschwerden

Bei akuten Beschwerden wie starkem Juckreiz, will man eventuell nicht auf die langsam eintretende Wirkung von pflanzlichen Wirkstoffen warten und kann dazu auf schnellwirkende Salben zurückgreifen. Hierzu gehören z.B. Posterisan® akut, das mit dem Wirkstoff Lidocain eine sofortige Betäubung der Analregion auslöst. Wegen der hohen Dosierung des Lidocains sollte allerdings nicht regelmäßig, sondern eben nur in akuten Fällen darauf zurückgegriffen werden und Schwangere sollten diese Produkte am besten gar nicht nutzen. Nach Abklingen der akuten Beschwerden kann die Lidocain-Konzentration verringert werden. Salben die einen Gleiteffekt haben, können den Stuhlgang erleichtern und gleichzeitig die Haut schützen. Dies verringert den Juckreiz und somit auch das Verlangen, an den betroffenen Stellen zu kratzen (3).

Beim Arzt

RezeptPflichtig

Bei akuten hämorrhoidalen Beschwerden

Bei extrem starkem Juckreiz oder Schmerzen, z.B. bei den Schweregraden 3 und 4, können Betroffene auf rezeptpflichtige Salben zurückgreifen, die die Entzündung effektiv verringern und stärker wirken. Diese Salben basieren meist auf Kortison und sollten entsprechend nur unter Aufsicht und über einen begrenzten Zeitraum verwendet werden.

Zwei weitere konservative Therapieoptionen können nur durch einen Arzt durchgeführt werden und zielen auf die Hämorrhoiden selbst, sollten diese bereits unangenehm groß geworden sein.

Beim arzt

Verödung

Bei der Verödung der blutzuführenden Gefäße werden verschiedene Substanzen in das umgebende Gewebe injiziert. Dadurch verringert sich der Druck in den Hämorrhoiden und sie können sich eventuell zurückbilden.  

Gummiband-Ligatur

Eine weitere Methode ist die Gummiband-Ligatur. Hierzu werden die Hämorrhoiden gefasst und teilweise mit einem Gummiband abgeschnürt. Der abgeschnürte, nicht mit Blutversorgte Teil fällt dann nach einigen Tagen von alleine ab und die Wunde verheilt.

Therapieoptionen

Operative Behandlung

Eine OP ist oft das letzte Mittel der Wahl, sollten die verursachten Symptome nicht mit den konservativen Optionen ausreichend behandelt werden können.
Dies gilt vor allem für die Schweregrade 3 und 4, bei denen es zu deutlichen Einschränkungen in der Lebensqualität kommen kann. Bei den operativen Verfahren wird der vergrößerte Teil der Hämorrhoiden entfernt. Abhängig davon, ob die Hämorrhoiden einseitig vorliegen oder zirkulär, werden unterschiedliche Operationstechniken eingesetzt, auf die hier im Detail nicht weiter eingegangen werden soll. In jedem Fall entstehen durch das Abtrennen der Hämorrhoiden offene Wunden, die nach der Operation meist vernäht werden müssen. Bis zur vollständigen Heilung können einige Wochen vergehen und aufgrund der unvermeidlichen Belastung der Wunde können gegebenenfalls weitere Infektionen entstehen. Die Wundversorgung, die hierfür geeignete Salbe und die Wundhygiene müssen individuell mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

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