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Hämorrhoiden: Ernährung als Risikofaktor entlarvt?

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Positive Effekte durch gesunde Ernährung

Viele Studien beschäftigen sich mit potentiellen Risikofaktoren für die Entstehung von Hämorrhoiden – Ernährung und Bewegung sind zwei Themen, die in diesem Zusammenhang immer wieder kontrovers diskutiert werden. Ob grundsätzlich ungesunde Ernährung und ein bewegungsarmer Lifestyle für ein Hämorrhoidalleiden ursächlich sein können, ist nicht abschließend erwiesen.
Positive Effekte durch gesunde Ernährung sowie ausreichende Bewegung bei der Vorbeugung und der Behandlung von Hämorrhoiden sind allerdings weitgehend unbestritten.

Prävention

Positive Auswirkungen gesunder Ernährung und Bewegung

Wer unter vergrößerten Hämorrhoiden leidet, sollte unbedingt auf die Konsistenz seines Stuhls achten. Zu weicher Stuhl (chronischer Durchfall) beanspruchen die Gefäßpolster im Darm und kann dessen Ausdehnung begünstigen. Zu harter Stuhl kann zu Verstopfung führen und reizt die empfindliche Afterhaut zusätzlich. Bei der Defäkation muss dadurch mehr gepresst werden, was die den Gefäßdruck im Enddarm erhöht und die Symptome verstärkt.

Wollt ihr präventiv etwas gegen vergrößerte Hämorrhoiden tun, solltet ihr euch vitaminreich ernähren und viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Flüssigkeit zu euch nehmen. Auch solltet ihr euch möglichst viel bewegen um Übergewicht zu vermeiden und das Herz-Kreislauf-System in Schwung zu halten. Adipositas ist laut mehrerer Studien ein ernstzunehmender Risikofaktor für Hämorrhoidalleiden.

pflanzlich

Ballaststoffe gegen vergrößerte Hämorrhoiden – Ernährung als Schlüssel zum Erfolg

In Kombination mit ausreichend Flüssigkeit kann eine ballaststoffreiche Ernährung für weicheren Stuhl sorgen. Die faserreichen Nährstoffe aus meist pflanzlichen Lebensmitteln quellen im Darm auf, indem sie Wasser an sich binden. Dadurch wird das Stuhlvolumen erhöht und gleichzeitig angefeuchtet. Der Toilettengang fällt wesentlich leichter und die Hämorrhoiden werden nicht durch starkes Pressen und harten Stuhl zusätzlich belastet.   

Wie kann ich mich ballaststoffreichernähren? Die folgende Tabelle gibt dir eine grobe Orientierung:

Ballastoffreiche Lebensmittel

Natürliche Nahrungsergänzungsmittel

- Frisches Obst (vor allem Beeren)
- Getrocknetes Obst (Bananen,Feigen, Äpfel etc.)
- Gemüse (vor allem Kartoffeln,Artischocken, Pastinaken)
- Getreideprodukte aus Vollkorn(Maiskleie, Weizenkleie, Haferkleie, Dinkel, Hirse usw.)Hülsenfrüchte(Bohnen, Erbsen, Linsen)
- Flohsamenschalen
- Buchweizenextrakte
- Rosskastanienextrake
- JohannesbrotkernmehlLeinsamen

Vor allem die zusätzliche Einnahme von Indischen Flohsamenschalen zur Vorbeugung und Behandlung von Hämorrhoidalleiden wird von vielen Medizinern empfohlen.
Diese bestehen zu ca. 85% aus Ballaststoffen, tragen viele Schleimstoffe in sich und erhöhen dadurch die Gleiteigenschaften des Stuhls. Essentiell für einen positiven Effekt ist die Aufnahme von mindestens 1,5 Litern Wasser am Tag (Empfehlung Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Ballaststoffe benötigen möglichst viel Flüssigkeit um ihre Quellfähigkeit nutzen zu können. Auch gegen Verstopfung während der Schwangerschaft gelten Flohsamenschalen als wirksames Mittel.

Tipp für die Ernährungsumstellung:

Lasst es langsam angehen!

Der Körper muss sich erst an eine Zunahme von Ballaststoffen gewöhnen. Jedes Verdauungssystem ist anders und verträgt unterschiedliche Mengen an Faserstoffen. Wenn ihr euch vom einen auf den anderen Tag nur noch von Flohsamenschalen und Artischocken ernährt, wird es euch eure Darmflora sicherlich nicht danken. Wichtig ist unter dem Strich eine ausgewogene, gesunde Ernährung und das Einhalten der Dosierempfehlung von Nahrungsergänzungsmitteln.

Überdies werden heute auch weitere Nährstoffe bei der Therapie von vergrößerten Hämorrhoiden eingesetzt. Besonders zwei Aminosäuren sind an dieser Stelle zu nennen: Arginin und Lysin.  

Arginin fördert die Durchblutung in den Adern des Enddarms und wirkt gefäßerweiternd. Folglich staut sich das Blut nicht mehr und die Hämorrhoiden vergrößern sich nicht. Studien haben belegt, dass die Einnahme von Arginin den Druck im Enddarm erheblich verringert. Überdies hat Arginin einen wundheilenden Effekt, der sich zum Beispiel bei geplatzten Hämorrhoidalknoten positiv auswirkt.

Lysin spielt eine wesentliche Rolle bei der Bildung von Proteinen, die das Bindegewebe im Enddarm stärken. Dieser Bereich sollte möglichst robust und widerstandsfähig sein um sich bei Verletzungen schnell zu regenerieren und den tagtäglichen hohen Belastungen standzuhalten.  

Damit die angesprochenen Aminosäuren optimal wirken können, ist darüber hinaus eine Aufnahme des Spurenelements Zink zu empfehlen. Dieses aktiviert die Enzyme, die für die Verstoffwechselung von Arginin und Lysin verantwortlich sind. Außerdem wirkt Zink entzündungshemmend und eignet sich somit zur Behandlung hämorrhoidaler Blutungen sowohl von innen(als Nahrungsergänzung) als auch von außen.

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